Am Aschermittwoch, mit dem die vorösterliche Bußzeit beginnt, wird jedes Jahr in vielen Kirchen nach altem Brauch den Gläubigen mit Asche ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Damit soll daran erinnert werden, dass unser Leben begrenzt ist und einmal ein Ende haben wird, dass wir gleichsam ein "Verfallsdatum" haben, wenngleich wir dieses Datum nicht kennen.
Von diesem Wissen sollte unser Leben geprägt und gestaltet werden. Aller Reichtum oder Wohlstand dieser Welt können unserem Leben nicht wirklich Sinn geben. Alles, was ich haben und besitzen kann, wird mit mir einmal zu Asche werden. Nur Werte wie Gerechtigkeit, Liebe, Frieden und Freude werden überdauern.
Auch das Leben Jesu trug ein Verfallsdatum, am Karfreitag stirbt Jesus am Kreuz. Gott aber erkennt das Verfallsdatum Jesu nicht an. Als Herr über Leben und Tod hebt Er es auf und gibt dem Leben Jesu eine ganz neue Qualität und eine unbegrenzte (ewige) Dauer. Unbegreiflich für den Menschen, der an Raum und Zeit gebunden ist - aber die vielen Osterberichte der Bibel bezeugen glaubwürdig den auferstandenen Christus. Im Evangelium des Johannes verspricht Jesus auch uns ein Leben von neuer Qualität und ewiger Dauer: "Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist!" (Joh 11,25)
So ist Ostern das Fest der Aufhebung unseres menschlichen Verfallsdatums. Das feiern wir miteinander am Osterfest: Jesus Christus, der aus der Tiefe als Sieger emporsteigt, unser Licht, strahlt uns mit der aufgehenden Sonne neu entgegen und nimmt auch unser Verfallsdatum weg.
AUS DEM KONTAKION DES ROMANOS UND OIKOS