Damit hatte meine Schwester - vielleicht ohne es zu ahnen - Meinen ersten Fotoapparat bekam ich 1954. Es war eine ganz einfache Rollfilmkamera 6 × 6 für etwa 30 Mark mit nur drei Blendenwerten (8, 11 und 16) sowie zwei Verschlussöffnungen (Momentaufnahme 1/25 Sekunde und Zeitaufnahme).
Die aufgenommenen Fotos konnte man billiger haben, wenn man sie selber machte. Dazu brauchte man eine Dunkelkammer mit der zugehörigen Einrichtung. Einen Raum für die Dunkelkammer gab es in der Wohnung meiner Eltern - eine fensterlose Besenkammer von etwa 2 m² Größe (Bild).
Zum Filme Entwickeln brauchte man eine Entwicklerdose und die Lösungen von
Entwickler- und Fixiersalz. Damals konnte man das alles in einer Drogerie kaufen.
Man musste den Film bei völliger Dunkelheit aus dem Fotoapparat herausnehmen und in die
Entwicklerdose einlegen. Dann konnte man das Licht wieder einschalten, denn
die Dose war lichtdicht. Die Entwicklerlösung wurde in die Dose eingefüllt und
nach einer festgelegten Zeit wieder ausgegossen, die Dose mit Wasser gespült
und die Fixierlösung eingefüllt. Nach 10 Minuten wurde letztere wieder
ausgegossen, wiederum mit Wasser gespült und schließlich der Film zum Trocknen
aufgehängt.
Das zum Papierbilder Herstellen benötigte Fotopapier gab es in der Drogerie in Schachteln zu 100 Blatt. So eine Packung kostete etwa drei Mark. Die benötigte Dunkelkammerlampe (schwaches grünes Licht) habe ich selbst gebaut aus Sperrholz und Aluminiumblech, mit einer normalen Glühlampe und einem käuflichen Dunkelkammer-Grünfilter davor. Zum Entwickeln der Bilder brauchte ich drei flache Schalen mit Entwickler-, Unterbrecher- und Fixierbad, sowie einen Wasserbehälter für die Schlusswässerung. Die nassen Bilder wurden dann zum Trocknen auf Fließ- oder Zeitungspapier einzeln ausgelegt, oder besser in eine Hochglanz-Trockenpresse gegeben.
Von Rollfilmen wurden die Papierbilder als Kontaktabzüge (ohne Vergrößerung) in der Größe 6 × 6 cm² hergestellt. Den dazu benötigten Lichtkasten habe ich aus Sperrholz selbst gebaut.
Im Jahre 1958 habe ich einen gebrauchten Fotoapparat mit der Bezeichnung „Beltica" gekauft. Das war eine Kleinbildkamera (24 × 36 mm²) mit einem guten Objektiv (Zeiss Tessar 3,5/50) und Verschlusszeiten von 1/500 Sekunde bis zu 1 Sekunde. Für die Aufnahmen von dieser Kamera brauchte ich jetzt natürlich einen Vergrößerungsapparat. Den habe ich selbst gebaut, und zwar aus Sperrholz den Lichtkasten, an dem sich im unteren Teil eine Führung zum Durchziehen des Negativfilms sowie eine Halterung zum Ansetzen einer Plattenkamera befanden, in der sich das für das Herstellen der Abbildung benötigte Objektiv befand. Eine alte Plattenkamera konnte ich damals ziemlich billig kaufen. Natürlich gehörte zum Vergrößerungsapparat eine Art Stativ, d.h. eine Grundplatte aus Holz, darauf ein Standrohr mit einem höhenverstellbaren Arm, an dessen vorderem Ende sich der Lichtkasten befand, der mit dem eingelegten Film und der vorgesetzten Plattenkamera wie ein Projektor wirkte und das Bild auf dem auf der Grundplatte in einer Art Kassette liegenden Fotopapier mit dem gewünschten Vergrößerungsfaktor herstellte.
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